Das achte Jahrzehnt (1970–1979)

Auf eine Umstrukturierung von DGG/PPI 1971 folgt die Gründung der PolyGram mit Hauptsitz in Baarn (Niederlande) und Hamburg.

Anlässlich ihres 75. Geburtstags veröffentlicht Deutsche Grammophon 1973 Die Welt der Symphonie auf 93 LPs. In diesem Jahrzehnt setzt DG die Erweiterung ihres internationalen Spektrums fort. Arturo Benedetti Michelangeli startet ab 1971 mit einer Reihe überragender Aufnahmen; 1972 beginnen drei Dirigenten ihre langjährige Partnerschaft mit dem Unternehmen: Daniel Barenboim (auch als Pianist), Seiji Ozawa und, an prominentester Stelle, Leonard Bernstein, der 1981 Exklusivkünstler der DG wird. Bernstein beginnt mit Aufnahmen des österreichisch-deutschen symphonischen Repertoires, überwiegend Mitschnitte von seinen Konzerten mit den Wiener Philharmonikern. Darüber hinaus spielt er viele eigene und andere amerikanische Werke ein (seine 1985 entstandene Aufnahme von West Side Story wird eines der meistverkauften Alben in der Firmengeschichte). Carlo Maria Giulini macht 1976 seine ersten Aufnahmen für Deutsche Grammophon mit dem Chicago Symphony Orchestra. In den folgenden Jahren dokumentiert DG seine Rückkehr zur Oper, die er lange gemieden hat – es entstehen Aufnahmen von Rigoletto in Wien, Falstaff in Los Angeles und Il trovatore in Rom.

Auf Carlos Kleibers erste Aufnahme, den Freischütz im Jahr 1973, folgen im Verlauf des nächsten Jahrzehnts La Traviata, Die Fledermaus und Tristan – sowie symphonische Werke von Beethoven, Brahms und Schubert.

1978 startet die 14-jährige Anne-Sophie Mutter eine glanzvolle Karriere, als sie ihre erste Aufnahme (Mozart) mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung ihres Mentors Herbert von Karajan macht. Auch Gidon Kremer nimmt das erste seiner viel gerühmten Alben für Deutsche Grammophon auf.

Die Aufnahmen des LaSalle Quartet mit Werken der Neuen Wiener Schule erhalten zahlreiche Preise. Archiv Produktion unterzeichnet 1977 Exklusivverträge mit Reinhard Goebel und dessen Musica Antiqua Köln sowie im Jahr darauf mit dem Cembalisten Trevor Pinnock und dessen English Concert. Die beiden Gruppierungen sind seit Wenzingers Schola Cantorum Basiliensis in den 1950er-Jahren die ersten Ensembles bei DG, die auf Originalinstrumenten spielen. Ebenfalls 1978 macht John Eliot Gardiner mit den English Baroque Soloists seine erste Auf-nahme für Archiv Produktion.

1980 erfolgt die Übernahme von Decca Records durch PolyGram.

Künstler, die in dieser Dekade hinzugekommen sind

  • Salvatore Accardo
  • Theo Adam
  • Arleen Augér
  • Agnes Baltsa
  • Daniel Barenboim
  • Arturo Benedetti
  • Michelangeli
  • Teresa Berganza
  • Lazar Berman
  • Leonard Bernstein
  • Boston Symphony Orchestra
  • Pierre Boulez
  • Alfred Brendel
  • Leo Brouwer
  • Renato Bruson
  • Montserrat Caballé
  • José Carreras
  • Chicago Symphony
  • Orchestra
  • Dino Ciani
  • The Cleveland Orchestra
  • Ileana Cotrubas
  • Helga Dernesch
  • Plácido Domingo
  • English Chamber Orchestra
  • Zino Francescatti
  • Mirella Freni
  • Sir James Galway
  • Sir John Eliot Gardiner
  • Nicolai Gedda
  • Emil Gilels
  • Carlo Maria Giulini
  • Barbara Hendricks
  • Marilyn Horne
  • Israel Philharmonic
  • Orchestra
  • Carlos Kleiber
  • René Kollo
  • The London Sinfonietta
  • London Symphony Orchestra
  • Loriot (Vicco von Bülow)
  • Los Angeles Philharmonic Orchestra
  • Melos Quartett
  • Sir Yehudi Menuhin
  • Sherrill Milnes
  • Nathan Milstein
  • Kurt Moll
  • Anne-Sophie Mutter